So war der Samstag mit Amy Macdonald, Bastian Baker, Dabu Fantastic und Femi Luna

admin Stars in Town

Fünf Tage voll mit Musik aus den verschiedensten Genres fanden gestern mit Amy Macdonald ihren krönenden Abschluss. Zuvor standen Kammgarnstars-Gewinnerin Femi Luna, Dabu Fantastic und Bastian Baker auf der Stars in Town Bühne.

Femi Luna: Von der Kammgarn auf die Startrampe auf die Hauptbühne

Für Femi Luna sind es aufregende Zeiten. Der Sieg beim Kammgarnstars-Finale am 11. Mai war folgenschwer für die junge Künstlerin. Gestern stand sie mit ihrer Band auf der Startrampen-Bühne, inmitten des sehr gut gefüllten Fronwagplatzes. Doch das war erst das Warm-Up für den Abschlussabend. Die Show auf dem Herrenacker vor 6000 Menschen ist eine grosse Sache für die junge Band. Nervosität mischt sich mit Euphorie. Stimmlich lässt sich die junge Singer-Songwriterin nichts anmerken. Wie ein Profi beweist sie sich auf der grossen Bühne.

Dabu Fantastic: Er heisst Baker und het ken Zopf

Die Zürcher Jungs von Dabu Fantastic gehören mittlerweile zur obersten Liga der Mundartmusik. Zwischen witzigen und gefühlvollen Texten bewegen sich die Musiker mit Leichtigkeit. Frisch Usem Ei kommen Dabu Fantastic getreu ihrem Songtitel vor einem sommerlichen Backdrop auf die Bühne. Doch schon bald perlt ihnen der Schweiss von der Stirn. Sie verausgaben sich und nehmen das Publikum mit. Am textsichersten sind die Besucher natürlich bei Angelina. Ufenand gahts aber nebenand nöd geht den Schaffhausern leicht von den Lippen, auch wenn es in unserem Dialekt etwas anders klingt. Mit dem neuen Mach Der En Name haben Dabu Fantastic einen Track voller Wortspiele zu Schweizer Nachnamen geschrieben. So zum Beispiel: Er isch Jäger und heisst Bär oder sie heisst Amacher und isch Single. Am Nachmittag vor dem Konzert haben sie auf ihren Social-Media-Kanälen extra einen Aufruf gestartet und um lokale Nachnamen gebeten. Daraus haben die Musiker eine neue zweite Strophe kreiert. Diesem Aufruf ist auch Bastian Baker gefolgt. Deswegen kriegt er in jener Strophe die Line: Er heisst Baker und het ken Zopf. Ihre Liebe zu älteren Schweizer Künstlern ist offensichtlich. So zum Beispiel als sie ihr Medley, bestehend aus Memphis, Sunne und Berlin Rumpelstilz und Polo Hofer widmen.

Bastian Baker: Ein Hauch Bradley Cooper vom Stammgast

Der Lausanner Singer-Songwriter ist zusammen mit Pegasus Rekordhalter in Sachen Auftritten am Stars in Town. Bereits in den Jahren 2012 und 2015 war er zu Gast auf dem Herrenacker. Wenn man sich alte Fotos von seinem ersten Gastspiel ansieht, merkt man, dass seither doch einige Jahre vergangen sind. Der Sänger ist reifer geworden und ist gefühlt mehrfach um die Welt gereist. Als Tour-Support von Shania Twain hat er vor riesigen Zuschauermengen gespielt. Das hat Baker noch mehr Sicherheit gegeben. Mit einer natürlichen Lockerheit wickelt er die Schaffhauser bei seinem dritten Besuch um den Finger. Nach dem Dauerregen beim letzten Auftritt am Stars in Town kann er nun bei angenehmen Temperaturen und in schönster Abendstimmung performen. Wie auch bei Pegasus spürt man, durch die wiederkehrenden Auftritte, die Verbindung zwischen Künstler und Publikum. Das gilt für eigene Songs wie Lucky oder I’d Sing for You genauso wie für Shallow, einem Cover aus dem Oscar-prämierten Film A Star Is Born mit Bradley Cooper und Lady Gaga.

Wenn er nicht Musiker geworden wäre, hätte Bastian Baker als Eishockeyspieler Karriere gemacht. Bei einer speziellen Verlosung von Meet & Greets mit dem Sänger kann er diese Ära wieder aufleben lassen. Mit einem Hockeyschläger bevördert er Bälle ins Publikum. Wer ihn fängt, gewinnt ein Treffen mit Bastian Baker. Das nach dem Konzert stattfindende Treffen muss aber etwas länger warten, denn Baker entscheidet sich spontan noch einen Song anzuhängen, der auf der Setlist nicht eingeplant gewesen wäre.

Amy Macdonald: Neuer Look, gleicher Charme

Vor fünf Jahren verzauberte Amy Macdonald Schaffhausen schon einmal. Die Vorzeichen sind dieses Jahr dieselben. Wiederum schliesst die Schottin das Festival ab und wieder hat sie ihren Abend ausverkauft. Verändert hat sich nur ihr Look. 2014 trat sie mit dunkeln Haaren und schwarzen Lederhosen auf, heute ist sie blond geworden und trägt schwarze Jeans. Aber der Akzent ist noch immer gleichzeitig schwer verständlich und wahnsinnig charmant.

Mit Woman Of The World eröffnet sie ihre Show. Dies ist auch der Titel ihres aktuellen Best-of-Albums. Seit 2007 ist Amy Macdonald in der Schweiz so erfolgreich, wie in keinem anderen Land – und das natürlich völlig zurecht. Songs wie Spark oder Mr. Rock & Roll muss man einfach lieben. Live ist die Stimme der 31-jährigen sogar noch beeindruckender als bei den Studioaufnahmen. Zu Poison Prince enzündet sich vom oberen Bühnenrand ein Funkenvorhang, der die Musiker in magisches Licht taucht. Macdonald spielt sich quer durch ihre Alben und greift dabei auch immer wieder auf das beliebte Debüt This is The Life zurück. So spielt sie sowohl das ruhige Run als auch das treibende Barrowland Ballroom. Natürlich fehlt ebenfalls der Titelsong des Debüts nicht. Bei This is the Life gibt es kein Halten mehr. Alle Besucher scheinen mit diesem Song eine Erinnerung zu verbinden, in welcher sie nun schwelgen. Nach Down By the Water vom aktuellen Album Under Stars gibt es zum Abschluss noch einmal einen Klassiker. Let’s Start A Band beschliesst das Stars in Town 2019 stimmungsvoll.


Fotos: Patrick Casutt, Marcel Kaul
Video: Pascal Scheiber & Noah Zygmont
Text: Christian Meier