So war der Samstag mit James Blunt, Hecht, Joris und Kaufmann

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So schnell kann eine Woche im Rückblick vorbei sein. Gestern standen bereits die letzten Acts der diesjährigen Ausgabe von Stars in Town auf der Bühne und verzauberten noch einmal die Zuschauer.

Kaufmann – der Kammgarnstars-Gewinner auf der Grossen bühne

Reto Kaufmann alias Kaufmann hat im Mai in den Kammgarnstars-Contest für sich entschieden. Damit hat sich seine Band einen Slot am letzen Abend des Stars in Town gesichert. Vor Acts wie Joris, Hecht und James Blunt durfen die Bündner auf der Hauptbühne auf dem Herrenacker spielen. Kaufmann war als einziger Act gleich doppelt gebucht, denn tags zuvor traten sie bereits auf der Startrampe auf. Mit seinen Mundartsongs wie Lisa unterhielt er sein Publikum blendend. Aber auch Coversongs wie Campari Soda von Taxi hatte er im Repertoire. Kaufmann gehört einer Gild der Musiker an, welche die Fahne für die Kunst Schweizerdeutscher Musik oben hält.

Joris überrascht mit einer neuen Definition von Singer-Songwriter

Einen deutschen Singer-Songwriter stellt man sich erst einmal anders vor, als sich Joris in Schaffhausen präsentiert. Er punktete mit rauchiger Stimme und war nicht um Überraschungen verlegen. Was mit sanfterem Indie-Pop startete, entwickelte sich bei Joris in alle Richtungen. Seine Stimme erinntert bei lauteren Stücken schon mal an den Erfolgs-Rapper Casper. Aber auch einen Rave kann Joris problemlos veranstalten. Mach die Augen zu und tanz bot genau dies. Das war jedoch nur ein kurzes Intermezzo des sympatischen Sängers. Seinen Abschluss gestaltete er mit Herz über Kopf wieder ganz gefühlvoll. Ehrlich berührt von der Publikumsbeteiligung lud er spontan alle Besucher zu seinem Tourabschluss im Kaufleuten Zürich ein. Er schien sich auf der Piazza Grande der Deutschschweiz sehr wohl gefühlt zu haben.

Hecht sind auf der Hebebühne «Heicho»

Vor zwei Jahren gewannen Hecht bei ihrem Auftritt als Auftakt vor Kodaline und James Morrison viele neue Fans. Damals hatten sie einen Überraschungs-Coup gelandet und die mit Migros-Hüten ausgerüsteten Fans auf dem Herrenacker mit Tanzeinlagen und einer energiegeladenen Performance in den Bann gezogen. Dass die Sonne genau zum Song Wenn dSonne chond hinter den Häusern hervorkam, kann man nur als magisch bezeichnen. Dieser Moment hat sich im Gedächtnis der Band und der Schaffhauser eingebrannt. Seither herrscht eine ganz spezielle Verbindung zwischen der Band und den hiesigen Fans. Hecht schafften es bei ihrem diesjährigen Auftritt genau dort wieder anzusetzen. Der einzige Unterschied war der bessere Slot direkt vor Headliner James Blunt sowie die gesteigerte Erwartungshaltung nach dem Erfolg von 2015. Mit einer beinahe unverschämten Leichtigkeit hatten Stefan Buck und seine Jungs Schaffhausen wieder in der Tasche. Auch mit dem vierten Album Oh Boy haben sie bereits wieder Hymnen unters Volk gebracht. Egal ob mit Kawasaki oder die Ballade Heicho, Songschreiber und Sänger Buck trifft einfach immer einen Nerv. So schien es nur fair, dass er sich für die Ballade zusammen mit Keyboarder Daniel (Gisi) Gisler auf der Hebebühne nach oben tragen lassen durfte und sich so einen Bubentraum erfüllte. Bei Hecht ist die Freude echt und die Euphorie nicht geheuchelt. Für die Liebe zum Schaffhauser Publikum gilt das ebenfalls.

James Blunt hat die Welttournee als Vorbereitung für Schaffhausen genutzt

Es gibt niemanden, der den Namen James Blunt nicht kennt. Und jeder hat mindestens You’re Beautiful schon einmal gehört. Viele mögen seine Stimme nicht, viele lieben sie. Dessen ist sich der Sänger sehr wohl bewusst. Auf Twitter hat er sich deshalb scho längst einen Namen als schlagfertiger Künstler mit einer guten Portion Selbstironie gemacht. Ein Star ist Blunt aber auf jeden Fall, das kann ihm auch keiner nehmen, der ihn nicht mag. Dies war bereits spürbar, als der Brite die Bühne auf dem Herrenacker betrat. Eine Ikone von diesem Kaliber gab es erst im letzten Jahr mit Bryan Adams. Während andere Künstler einen grossen Hit haben, den sie am Schluss einstreuen, gibt es bei Blunt beinahe nichts Anderes. Auch zwischen den Songs bot der nicht sehr grossgewachsene Sänger immer wieder Anlass für Gelächter – auch auf seine Kosten. Als er sich eine Ukulele um den Hals hängte, meinte er: Das ist meine Lieblingsgitarre. Neben ihr sehe ich richtig gross aus. Ich weiss nicht, ob ihr es gemerkt habt, aber ich bin ein sehr kleiner Mann. Auch mit kalkuliertem Charme schaffte es der Brite zu punkten. Seine bisherige Welttournee durch Nord- und Südamerika sowie Asien habe er nur als Vorbereitung für diesen Abend genutzt. Seine Hits aufzuzählen würde lange dauern. Aber er hat sie alle gespielt. Vom ersten bis zum letzten Album – von Goodbye My Lover bis Bonfire Heart. Der smarte Engländer hatte mit seiner Routine die Zuschauer über die gesamte Länge im Griff. Mit einer Konfetti-Explosion zum Song 1973 sorgte er für den visuellen Höhepunkt der Show. James Blunt schien bei jeder Bewegung 200 Prozent zu geben und könnte damit fast als Tom Cruise der Musik bezeichnet werden. Mit seiner enormen Bühnenpräsenz sorgte für den glanzvollen Abschluss einer grossartigen Festivalwoche.